FALKE Enddemonstration

11.10.2021
Flugsystem bei der Enddemonstration

Demonstration des Forschungsprojektes „FALKE “ im Floriansdorf der Feuerwehr in Aachen

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In Aachen sind erste Flüge eines unbemannten Flugsystems erfolgreich demonstriert worden, das mittels Kameras und Radar bei Tag und Nacht Vitalparameter von verunfallten Personen erfassen kann. Das im Rahmen des Forschungsprojekts „FALKE - Flugsystem assistierte Leitung komplexer Einsatzlagen“ entwickelte Flugsystem flog dabei vollautomatisch war in die medizinische Rettungskette integriert.


Bei einem Unfall mit sehr vielen Verletzen kommt in Deutschland ein striktes Schema zum Tragen, bei dem die Unfallopfer in sogenannte Sichtungskategorien eingeteilt werden. Dabei werden je nach Schweregrad der Verletzungen die Reihenfolge der Erstversorgung und lebensrettend die Behandlungsprioritäten festgelegt. Das Besondere am FALKE-System ist dabei, dass das Flugsystem bereits unverzüglich nach dem Eingehen des Notrufes starten kann und schnell und direkt zu seinem Einsatzort fliegen kann. Insbesondere wenn der Einsatzort weit entfernt in einem unwegsamen Gelände liegt, erreicht das Flugsystem die Patienten, lange bevor die ersten Rettungskräfte dort eintreffen. Dann beginnt das mit einem Telenotarzt verbundene Flugsystem aus einer Höhe von 5m bis 10m automatisch kontaktlos mit der Aufnahme von Herz- und Atemfrequenz.


Das RWTH-Institut für Flugsystemdynamik unter Leitung von Professor Dieter Moormann entwickelte zusammen mit der flyXdrive GmbH innerhalb des „FALKE“ Projekts ein vollständig automatisiertes Flugführungs-und -regelungskonzept für den Betrieb über große Entfernungen bei Tag und auch bei Nacht und Nebel. Ein Pilot ist für die Steuerung dabei nicht mehr erforderlich. Das Flugsystem erlaubt als Kippflügelfluggerät einen schnellen Anflug mit hoher Reichweite. So können die Einsatzkräfte frühzeitig unterstützt werden, während dank der Schwebeflugfähigkeit und der intelligenten Bahnführung sicher am Einsatzort navigiert wird und die Sensorik präzise eingesetzt werden kann.


In der Demonstration wurde der Flug von einem Telenotarzt gestartet, der den Bereich der Verletzensuche eingegrenzt hat. Das besondere Flugsystem hob dann senkrecht ab und flog im schnellen Vorwärtsflug zum Einsatzort und führte nach dem Hochkippen der Haupttragflächen im Schwebeflug eine erste Sichtung aus der Luft durch. Dort konnten – nach Festlegung der Reihenfolge durch den Telenotarzt – durch die Sensoren an Bord (Multispektrales Kamerasystem, Radarsystem) der Gesundheitszustand der verschiedenen Patienten am Boden erfasst und die Rettungsleitstelle weitergeleitet werden. Nach erfolgreichem Einsatz und dem Eintreffen der Rettungskräfte kehrte der Flugsystem vollautomatisch wieder zu seiner Heimatbasis zurück. Das Projektkonsortium, bestehend aus der Docs in Clouds GmbH (Aachen) als Projektkoordinator, der flyXdrive GmbH (Aachen), der IMST GmbH (Kamp-Lintfort), der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Ruhr-Universität Bochum, konnte in der Demonstration des Projekts „FALKE“ zeigen, wie neue Technologien im Katastrophenschutz angewendet werden können, um Einsatzkräfte deutlich zu entlasten.


Das Forschungsprojekt FALKE wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Summe von 2,3 Mio. Euro gefördert.

 
 
Video FALKE